Ein frischer Blick auf Stress

 

Wohin geht's?
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Ein frischer Blick auf Stress – vielleicht ist es doch nicht so schlimm

Es wird so viel über Stress diskutiert und geschrieben, dass dabei beinahe untergeht, was bei Stress im Erleben des Gestressten vor sich geht. Damit meine ich nicht die neurologischen und endokrinen Vorgänge. Im Moment des Gestresstseins hilft mir nicht zu wissen, dass ich im Flucht oder Kampfmodus bin oder dass in meinem Inneren ein Cocktail von Hormonen produziert wird. Dieses Wissen ist wertvoll, um Spät- und Folgeschäden von Stress zu vermeiden, doch unter Stress benötige ich ein anderes Wissen.

Wir arbeiten, bringen Familie und Freundschaften unter einen Hut, sind sozial oder politisch engagiert und freuen uns, wenn etwas läuft. Manche in unserem Umfeld staunen vielleicht, dass wir das alles schaffen, doch für uns ist es Alltag und nichts besonderes. Doch plötzlich geschieht etwas und wir fühlen uns gestresst. Was ist es, das uns belastet? Von aussen gesehen ist es vielleicht nichts Auffälliges. Ein kleiner Ärger hier, eine kleine Zusatzaufgabe dort, das Fehlen einer erwarteten Anerkennung da. Vielleicht hat jemand eine alte, vergessen geglaubte Angst aktiviert, vielleicht ist es der Stress einer nahestehenden Person, der uns aus dem Gleichgewicht bringt.

Wenn man alle diese unterschiedlichen Stressauslöser auf einen Nenner bringt, kann man feststellen, dass einem, unabhängig von der Stressursache, die Handlungsmöglichkeiten abhanden kommen. Im Extremfall steht man vor der Alternative: Die Stelle künden oder krank werden. Beides äusserst belastende Aussichten. Zwei Handlungsalternativen sind nicht genügend. Das Gleichgewicht wird zu sehr gestört, um noch den Zugang zu seinen Ressourcen aufrecht zu erhalten. Je mehr Handlungsmöglichkeiten einem offen stehen, desto kleiner ist der erlebte Stress.

Wie kann man viele Handlungsmöglichkeiten verfügbar haben, auch wenn man in „unmögliche“ Situationen gerät?

Das Geheimnis liegt in der Grösse der Handlungen. Oft erwarten wir bei grossen Problemen, dass es grosse Lösungen braucht. Doch die liegen leider oft ausserhalb unserer momentanen Möglichkeiten. Je kleiner eine Handlung ist, desto grösser ist die Möglichkeit, dass wir sie nutzen können. Die kleine Handlung ist zwar nicht die Lösung, doch sie bringt etwas Entspannung und vor allem das Vertrauen, dass auf die eine kleine Handlung eine zweite und weitere kleine Handlungen erfolgen können.

Woraus bestehen diese kleinen Handlungen?

Das was uns in der Regel immer zur Verfügung steht, ist unsere Fähigkeit, uns zu bewegen. Eine Mikrobewegung, die vielleicht von Aussenstehenden nicht einmal bemerkt wird, kann der Beginn einer Kaskade von Handlungen werden, die uns aus der Stress-Situation heraushelfen. Das bedingt allerdings, dass wir uns und unseren Körper in allen Lebenslagen wahrnehmen können.

Diese Eigenwahrnehmung und die Mikrobewegungen, die besonders gut in Stress-Situationen helfen, sind lernbar. In Seminaren schule ich kompetentes Stressmanagement durch Mikrobewegungen und Körperintelligenztraining. Besuchen Sie www.ergosens.ch für weitere Informationen oder kontaktieren Sie mich für ein individuell für Sie zugeschnittenes Angebot (info@ergosens.ch)

 

Ihr Konrad Wiesendanger

Orientierung und Körperintelligenz

Jörg Müller

Orientierung ist ein Begriff, der oft gebraucht wird, aber selten in seiner ganzen Bedeutung verstanden wird. Weshalb sieht diese Vorstellung so einfach aus? Jörg Müller scheint alle Zeit zu haben, das richtige Rohr an den richtigen Ort zu schwingen. Orientierung ist also die Fähigkeit, sich selber und Dinge in der richtigen Reihenfolge, zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Ort zu bringen. Dazu muss man wissen, wo man ist und wohin man möchte. Die Kompetenz dazu befindet sich in unserem Körper: Die Wahrnehmung der Schwerkraft, die Blickrichtung, die Richtung der Gedanken, die Verlagerung des Gewichts in der Bewegung. Wenn die Koordination dieser Faktoren nicht optimal funktioniert, erleben wir Zeitnot, Stress und Überforderung.